Das Braunkohlenrevier Geiseltal gehörte zu den bedeutendsten Bergbaugebieten Deutschlands. Ursachen dafür waren die Qualität und Mächtigkeit der gewaltigen Lagerstätte, das verhältnismäßig günstige Abbauverhältnis und die wirtschaftsstrategisch günstige Lage im mitteldeutschen Raum nahe der Saale bei Merseburg.

Die Rohbraunkohle aus dem Geiseltal schuf die Voraussetzung dafür, daß die industrielle Entwicklung im Raum Merseburg mit der Ansiedlung der Großbetriebe LEUNA, BUNA und WINTHERSHALL (heute ADDINOL) in den bekannten Größen möglich war.

Die vom Bergbau beanspruchte Fläche im Raum  um Merseburg umfasste insgesamt ca. 90 km², davon fielenauf den Kernbereich westliches Geiseltal ca. 48 km².

Von der ersten urkundlich belegten Erwähnung im Jahre 1698 bis zur endgültigen Einstellung des Braunkohlenabbaus 1993 vergingen fast 300 Jahre. In dieser Zeit wurden im Geiseltal ca. 1,43 Mrd. Tonnen Rohbraunkohle gefördert, in 8 Fabriken zu Brikett gepreßt oder direkt in den Kraftwerken der genannten Großbetriebe zur Strom- und Prozeßwärmegewinnung verbrannt.

Am 30. Juni 1993 verließ der letzte Kohlezug den Tagebau. Damit stand endgültig fest, dass das Geiseltal seine Identität als Bergbauregion auf Dauer verloren hat.

Im August 1990 gründeten Bergleute und Bürger aus der Region den Interessen- und Förderverein "Geiseltalsee" e.V. (IFV). Die Gründungsmitglieder wollten nicht zulassen, dass mit dem Niedergang des Braunkohlenbergbaues im Geiseltal eine “Endzeitstimmung” aufkommt. Deshalb war erstes und vorrangiges Ziel der Vereinsgründung, die einheimische Bevölkerung und breite Interessengruppen in Politik und Wirtschaft mit Weitblick und Zuversicht auf die großen Chancen und Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die in der  Gestaltung einer vielseitig  nutzbaren Bergbaufolgelandschaft im Geiseltal zu finden sind.

 

 

 


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